Historisches zu Laubegast
"Ich weiß ein Dörfchen klein und fein, gleich an der Elbe Strand, Voll Vogelsang und Sonnenschein,
ein wahres Blumenland..." So beginnt das Lied "Mein Laubegast", dessen Text um 1900 von Max Bewer
geschrieben und durch Otto Schmidt vertont wurde. Erst vor kurzer Zeit für die Öffentlichkeit neu entdeckt, wird
das Lied bei Liederabenden und beim Laubegaster Inselfest zelebriert.
1408 wird Laubegast - damals "Lubegast" - erstmals urkundlich erwähnt. 1501 begegnen wir in den Dokumenten
dem "Fehre", dem Fährmann, wobei man davon ausgehen kann, dass die Fähre bereits länger bestand. 1856 wird die
Kahnfähre durch eine Gierseilfähre ersetzt, die bis 1969 die Verbindung zwischen den Ufern aufrecht erhält. Danach
übernimmt die freifahrende Motorfähre "Laubegast" diese Aufgabe. 1992 wird der Betrieb trotz Protesten
der Einwohner eingestellt.
Die Bewohner des kleinen Örtchens verdienten vor allem als Bauern, Handwerker, Fischer, Schiffszieher, Strohflechter
oder Zwirner ihr Brot. Laubegaster Zwirn genoss in ganz Sachsen einen guten Ruf und wurde auch auf der Leipziger Messe
angeboten.
Die landschaftlich schöne Lage an der Elbe zog jedoch auch viele Stadtbewohner an, die ihr Vermögen nutzten, um ein Landgut
zu bauen. Der katholische Bischof Mauermann hatte hier seinen Landsitz von 1824 -1841. Später errichtete der
Chemnitzer "Lokomotiven König" Richard Hartmann auf dem Grundstück seine Residenz. Die "Hartmannsche Villa" ist
heute eine Sehenswürdigkeit. Die Malereien im Haus werden der Werkstatt von Andreas Schaberschul zugeschrieben, die auch
Raumdekorationen in der Semperoper ausführte. Vor dem Wiederaufbau der Oper studierten deshalb Restauratoren in der
Laubegaster Villa Motive und Farbzusammensetzungen.
Als erste Schule wurde 1836 das noch heute erhaltene und als Gaststätte "Forsthaus" genutzte Gebäude eingerichtet.
1863 entstand die zweite, 1883 die dritte Schule. Heute ist dort die 64. Mittelschule untergebracht. Bekannteste Schülerin war
Melli Beese (1886-1925), die 1. Motorfliegerin Deutschlands. Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Gärtnereien an. 1921
wurde Laubegast nach Dresden eingemeindet und entwickelte sich verstärkt zum Wohnort für Arbeiter und Angestellte. 1897/98 wurde
die Schiffswerft Blasewitz nach Laubegast verlegt. Zu DDR-Zeiten verstaatlicht, kam sie nach 1989 zuerst in treuhänderischen,
dann in Privatbesitz. Durch rückläufige Aufträge hatte das Unternehmen jedoch Finanzschwierigkeiten, so dass Anfang 2000 der
Insolvenzantrag als letzter Ausweg blieb. Mitte 2000 wurde durch Dresdner Investoren die Schiffswerft Laubegast AG
gegründet, welche sich auf die Reparatur von Binnenschiffen und den Neubau von Fähren spezialisiert hat.
Liest man Berichte über Laubegast, kommt man an der Neuberin, "der Mutter der deutschen Schauspielkunst", nicht vorbei.
Caroline Neuber (1697 -1760) fiel auf "durch die besonderer Anmut und Natürlichkeit ihres Spiels". Sie legte Wert auf
einen "geordneten Lebenswandel" und Zielstrebigkeit und verhalf damit der Schauspielerzunft, die meist verachtet wurde,
zu mehr Ansehen. Die Neuberin bemühte sich zusammen mit Johann Christoph Gottsched um eine "moralisch-deutsche Schaubühne", die
nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Erziehung dienen sollte. Am Ende ihres Lebens wohnte sie in Dresden, musste
aber die Stadt nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg verlassen. So wurde sie knapp fünf Monate zur "Laubegasterin".
Bereits 1776 stifteten Verehrer ihrer Kunst ein Denkmal. Der 1852 erneuerte Gedenkstein ist heute noch zu bewundern. (siehe Bild)
[Quelle: http://www.wikipedia.de]
Weitere Informationen findest Du auch unter: www.laubegast-online.de